Konfliktmediation

„Zwischen Reiz und Reaktion liegt ein Raum.
In diesem Raum liegt unsere Macht zur Wahl unserer Reaktion.
In unserer Reaktion liegt unsere Freiheit und Entwicklung“
(Viktor Frankl)

Was meinen wir, wenn wir von Konfliktmediation sprechen?

Konfliktmediation ist ein Angebot zur inhaltlich neutralen und in persönlicher Hinsicht allparteilichen Unterstützung von Konfliktparteien durch einen unabhängigen Mediator bei der Klärung von Konflikten zwischen einzelnen Personen oder Teams.

Wenn Menschen in Organisationen arbeiten und miteinander kooperieren entstehen Konflikte in vielfältiger Weise. Diese Konflikte sind unvermeidlich und resultieren aus der jeder Organisation  zugrunde liegenden Institutionalisierung von Widersprüchlichkeit einerseits und der Vielfalt an Meinungen, Interessen, Bedürfnissen und unterschiedlichen persönlichen Charakteristika der Menschen, die im Rahmen der unternehmerischen Zielsetzungen aufeinandertreffen, andererseits. Diese Konflikte werden von den Beteiligten oft als schwierig erlebt, sind gleichzeitig aber auch notwendig, um jeweils stimmige Entscheidungen im Kontext einander widersprechender Anforderungen an die Organisation treffen zu können.

Jedoch liegt in akuten Konflikten immer auch die Gefahr der Eskalation, des verletzenden Umgangs miteinander oder der Vermeidung offener Aussprachen mit der Folge eines „kalten Konfliktes“, der oft auf Jahre hinaus notwendige Entwicklungen in der Organisation verhindert oder der lediglich nur „drittbeste“ Lösungen zulässt.

Die daraus entstehenden Konfliktkosten sind erheblich und würde man diese in der Bilanz der Organisation ausweisen können, so würden Inhaber, Mitarbeiter, Aktionäre, Investoren, Kunden und Lieferanten darauf mit Erschrecken reagieren.

Damit Menschen im konfliktären Geschehen die „energetisierende“ Kraft eines Konfliktes in konstruktiver Weise nutzen können, benötigen sie:

  • Vertrauen in die eigene Konfliktklärungskompetenz,
  • Fähigkeiten, die es ihnen ermöglichen, Konflikte offen anzusprechen und kommunikativ zu bearbeiten,
  • Ein Verständnis über das Konfliktgeschehen, welches es ermöglicht, auch den eigenen Beitrag zum erlebten Konflikt erkennen zu können,
  • gegebenenfalls Hilfe durch Dritte (z. B. Führungskräfte, Mediatoren)

Wann ist eine Konfliktmediation sinnvoll?

Kennzeichnend für fortschreitendes Konfliktgeschehen zwischen zwei Parteien ist eine zunehmende Verengung der Wahrnehmung, des Denkens, Fühlens, Wollens und Handelns beider Konfliktparteien in Bezug auf die eigene Position. Eine Konfliktklärung aus eigener Kraft wird immer schwieriger und bisherige Klärungsversuche haben nicht zum gewünschten Erfolg geführt. In letzter Konsequenz erscheint den Konfliktparteien eine Klärung aus eigener Kraft nicht mehr möglich. Eine dritte Partei in der Rolle eines Konfliktmediators kann dann wertvolle Unterstützung bieten und beide Parteien bei einer Klärung ihres Konfliktes begleiten.

Wie gehen wir in der Konfliktmediation vor?

Nach einer ersten Analyse der Ausgangssituation werden mit den Konfliktparteien die „strittigen“ sachlichen und emotionalen Aspekte des aktuellen Konfliktes erfasst und in ihrer Bedeutung für die jeweilige Konfliktpartei betrachtet. Als Konfliktmediatoren achten wir dabei auf die Einhaltung vorab vereinbarter Spielregeln und bieten beiden Konfliktparteien in gleicher Weise die Möglichkeit, ihre Wahrnehmungen, Gefühle und Absichten darzulegen.

Wichtig ist für uns durchgehend gegenseitiges Verstehen zu ermöglichen. Wirkungsabsicht und Wirkungserfolg der Kommunikation beider Konfliktparteien werden ständig überprüft, wo nötig präzisiert und so aufeinander abgestimmt. Hierzu stehen uns eine Fülle von Interventionsmethodiken zur Gestaltung der Konfliktmediation zur Verfügung, welche wir situations- und zielgruppengerecht einsetzen.

Wesentliche Grundlage der gesamten Vorgehensweise stellt die Entwicklung einer vertrauensvollen Atmosphäre dar und die Achtsamkeit des Mediators im Hinblick auf die Bedürfnisse jeder Partei nach Sicherheit und Schutz zur Darstellung der eigenen Interessen. Im Laufe eines erfolgreichen Mediationsprozesses entsteht ein tieferes Verständnis der Konfliktparteien füreinander in sachlicher und persönlicher Hinsicht. Die Beziehung wird gestärkt und die gemeinsame Arbeit kann in der Folge in konstruktiver Weise fortgeführt werden.

Die Rolle der Führungskraft im Mediationsprozess:

  • sie ist Auftraggeber für eine Mediation,
  • sie stellt die Ressourcen zur Konfliktmediation zur Verfügung,
  • sie benennt den Konflikt in präziser Klarheit und verdeutlicht die Erwartung an eine Klärung gegenüber den Konfliktparteien,
  • sie übergibt die Prozessverantwortung für die Mediation an den Mediator,
  • sie reflektiert gemeinsam mit allen Beteiligten die Ergebnisse des Mediationsprozesses und plant mit diesen die gemeinsamen weiteren Schritte

Wie sehen wir unsere Rolle als Konfliktmediation?

In unserer Rolle als Konfliktmediatoren achten wir auf die eigene Neutralität in Bezug auf die in inhaltlicher Hinsicht zu klärenden Streitthemen. Wir verfolgen dabei keine eigenen Interessen innerhalb des Klärungsprozesses sondern bieten methodische Unterstützung und einen geschützten Rahmen zur gemeinsamen Erörterung an.

Eine allparteiliche Grundhaltung ist für uns die Voraussetzung dafür, dass die Konfliktparteien die Bereitschaft entwickeln, sich auf einen Klärungsprozess einzulassen und nach erfolgter Klärung der je unterschiedlichen Wahrnehmungen, Gefühle und Absichten zu einer gemeinsamen Lösungsanstrengung finden können.

Wie lange dauert eine Konfliktmediation und wo findet sie statt?

Die Dauer einer Konfliktmediation kann nur in Abhängigkeit vom aktuellen Konfliktstadium bemessen werden. Zwischen 2- 6 Sitzungen á 3 Stunden Dauer im Falle von Einzelpersonen oder 1-2 Workshop-Tage im Falle einer Konfliktmediation mit Teams liegen in etwa die benötigten Zeiträume.

Konfliktmediationen führen wir in unseren Räumen in Düsseldorf-Kaiserswerth oder auch in störungsfreien Räumen der jeweiligen Organisation durch.

Im Sinne einer guten Nachsorge treten wir nach 1-2 Monaten erneut kurz mit den Beteiligten in Kontakt, um die Zwischenzeit zu reflektieren und ggf. weitere Schritte miteinander abzuklären.